Zwischen To-do-Listen und Bergluft – meine Vorbereitung auf die Almeröffnung 2026 – Saison 2.0
Zwischen klarer Bergluft und vollen To-do-Listen beginnt auf der Gompm Alm jedes Jahr ein ganz besonderes Abenteuer: der Saisonstart. Ein liebevolles Chaos, viele kleine Momente – und die Vorfreude auf alles, was kommt.
Der Moment vor dem Start
Es gibt diesen einen ganz besonderen Moment jedes Jahr …
Ich stehe oben auf der Gompm Alm, früh am Morgen, wenn noch alles still ist. Die Luft ist klar, die Berge wirken fast ein bisschen ehrfürchtig, und für einen kurzen Augenblick fühlt sich alles ganz leicht an.
Ich atme tief durch und denke:
„Wahnsinn, ist das schön.“
Und dann kommt er.
Dieser Gedanke, der sich langsam anschleicht und dann ziemlich schnell ziemlich laut wird:
„Tina, stell den Kaffee weg, Saisonstart!“
Und mit ihm …
das wunderschöne, leicht verrückte, absolut liebevolle Chaos.
Himmel, wie sehr habe ich es vermisst! 😄
Dieses Jahr mache ich alles anders … (wirklich!)
Am Anfang ist es noch ganz harmlos.
Ich nehme mir vor, alles strukturiert anzugehen (Klar, logo ;-)). Wirklich. Dieses Jahr mache ich es anders, denke ich. Dieses Jahr habe ich den Überblick.
Ich setze mich hin, schreibe Listen. Ganz viele Listen:
- Einkauf Küche
- Terrasse vorbereiten
- Deko
- Hunde-Menü
- „Kleinigkeiten“ (die nie klein sind)
Und dann kommt die Realität
Und während ich noch stolz auf meine Ordnung bin, passiert das, was immer passiert:
Die Realität mischt sich ein.
Plötzlich stehe ich mitten auf der Alm, irgendwo zwischen Kisten, halb ausgepackten Dingen und der Frage, wo eigentlich dieser eine wichtige Zettel hin verschwunden ist.
Ich habe einen Kochlöffel in der Hand, das Handy am Ohr und versuche gleichzeitig zu überlegen, ob wir genug Mehl bestellt haben – oder ob ich das nur gedacht habe.
„Tina, wo sollen die Bänke hin?“
„Tina, hast du die Servietten gesehen?“
„Tina, brauchen wir noch … irgendwas?“
Die ehrliche Antwort wäre oft:
Ja. Wir brauchen immer noch irgendwas. 😄
Wenn die Alm wieder aufwacht
Und trotzdem … genau in diesem Durcheinander passiert etwas ganz Besonderes.
Langsam beginnt die Alm wieder zu leben. Die Küche erwacht als Erste.
Es ist wie ein vorsichtiges Wiederaufwachen nach einem langen Winter.
Erst leise, dann immer lebendiger.
Der erste Teig wird angerührt.
Es riecht nach Butter, nach etwas Süßem, nach Zuhause.
Und plötzlich stehen wir da – alle ein bisschen konzentriert, ein bisschen gespannt – vor dem ersten Kaiserschmarren der Saison. Als wäre es eine wissenschaftliche Prüfung.
„Ist er fluffig genug?“
„Noch ein bisschen mehr Puderzucker?“
„Oder ist er genau so richtig?“
Und ich muss innerlich lachen, weil ich weiß:
Dieser Moment ist jedes Jahr gleich. Und jedes Jahr ist er genauso schön. 💛
Warum ich mir das eigentlich antue
Zwischendrin laufe ich immer wieder raus und wieder rein und wieder raus … einmal tief durchatmen. Die Berge anschauen. Kurz erinnern, warum ich das alles mache. Und dann geht’s wieder rein ins Geschehen.
Lachen hilft – und ich lache gerne. Hier oben kann man viel lachen! Danke dafür!
Natürlich geht nicht alles glatt. Darüber kann man auch lachen. Das wäre ja auch fast langweilig. Irgendwo fehlt immer etwas. Irgendetwas funktioniert nicht sofort.
Und manchmal frage ich mich ganz kurz:
„Warum tue ich mir das eigentlich an?“
Genau deshalb
Aber genau in dem Moment passiert dann meistens etwas ganz Kleines.
Jemand lacht
Jemand probiert etwas und sagt: „Das ist richtig gut.“
Und gaaanz viele Hände helfen. Das ist so schön.
Ein Hund läuft neugierig über die Terrasse und legt sich mitten ins Geschehen, als würde er sagen:
„Ich bleib hier, ist so witzig hier.“
Und plötzlich weiß ich wieder:
„Ach ja, genau deshalb.“
Denn die Gompm Alm ist nicht einfach ein Ort, der „funktionieren“ muss.
Sie ist ein Gefühl. Ein Ort, an dem Menschen ankommen dürfen. An dem nichts perfekt sein muss – außer vielleicht der Moment.
Wenn aus Chaos wieder Leben wird
Während ich zwischen Küche, Terrasse, Gesprächen und kleinen Entscheidungen hin und her laufe, merke ich, wie sich alles langsam zusammenfügt.
Ganz leise.
Ganz unaufgeregt.
So, wie es das jedes Jahr tut.
Wenn dann die ersten Gäste kommen, ist es fast ein bisschen magisch.
(Wir haben ja noch 14 Tage Zeit. 😉
Plötzlich ist all das, was vorher Chaos war, einfach … Leben.
Die Bänke stehen (irgendwie immer am richtigen Platz), die Küche läuft, es wird gelacht, gegessen, geredet.
Und ich stehe manchmal kurz da, mitten im Trubel, und nehme diesen Moment in mich auf.
Weil ich weiß:
Genau dafür hat sich alles gelohnt.
- Jede Liste.
- Jeder kleine Stressmoment.
- Jede vergessene Kleinigkeit, die dann doch irgendwie ihren Weg gefunden hat.
Wofür das alles?
Am Ende geht es nie darum, dass alles perfekt ist.
Es geht darum, dass Ihr euch wohlfühlt.
Dass Ihr oben ankommt, durchatmet und merkt:
Hier darf ich einfach sein.
Mit einem guten Essen vor Euch,
mit einem glücklichen Hund zu euren Füßen,
mit diesem Gefühl von „Hier bleib ich noch ein bisschen.“
Bis ganz bald
Und ich?
Ich freue mich auf Euch.
Auf jedes Gespräch, jedes Lachen, jeden einzelnen Moment, der diese Alm wieder lebendig macht.
Auf eine neue Saison voller Geschichten.
Und natürlich … auf ganz viele Kaiserschmarren-Momente. 😏
Bis ganz bald auf der Gompm Alm. 🏔️💛
Bis bald – Deine Tina